WupperWippen Pfingsten 2006

Nach 123 km Radtour entlang der Wupper in zwei Tagen ist die Gruppe mit 50 Teilnehmern/innen gestern Abend 
wohlbehalten an der Mündung gelandet.
Am Samstagmorgen sind wir an Bord eines Doppelstockreisebusses von W-Barmen aus über Radevormwald, 
Hückeswagen und Marienheide nach Börlinghausen gereist. Unweit der momentan noch nicht wieder in befahrenen 
Bahnstrecke Marienheide - Meinerzhagen - Brügge befindet sich das Lokal "Zur Wupperquelle", die sich aber etwas 
oberhalb der Gaststätte in einem Moor befindet.

      Einführung ins Programm unweit der Wupperquelle                     Kurzvortrag beim Zwischenstopp an der Brucher Talsperre

Am Quellbach haben wir dann unsere Tour begonnen und sind über Wald- und Feldwege vorbei an der Brucher und 
Lingese-Talsperre zum Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke Marienheide - Lennep gelangt. Zwischendurch gab es 
immer mal wieder eine Pause, bei der vom Begleit-LKW aus kleine Leckerchen sowie Mineralwasser gereicht wurde - 
außerdem stand das Begleitteam auch als Pannenhelfer zur Verfügung, wurde aber dafür Gottseidank kaum gebracht.
Nach einer Mittagspause in Wipperfürth ging's neben den dort noch liegenden Bahnschienen weiter über Hückeswagen 
zur Wupper-Talsperre. Doch fuhren wir nicht nur in Uferhöhe, vielmehr ging's auch mal im 2.Gang bergauf zu einem 
kleinen Weiler, dessen Sportplatz zu einem nicht ganz ernsthaften Elfmeterschießen genutzt wurde. Am Ende bekamen
alle Teilnehmer/innen ein T-Shirt geschenkt - vorbei am Sperrdamm und der etwas vergammelt wirkenden
Fahrzeugsammlung im Bahnhof Dahlhausen / Wupper erreichten wir die Textilfabrik Wülfing, in der 180 Jahre lang 
Herrenanzüge produziert wurden. Heute ist dort ein wirklich beeindruckendes Industriemuseum eingerichtet. Und 
Kaffee und Kuchen gab's für uns auch noch - wie schön! Gut gestärkt ging's bergauf und bergab weiter nach Beyenburg, 
wo uns an der Fußgängerbrücke ein musikalisches Leckerchen erwartete, denn dort erfreute uns ein Akkordeonspieler
mit seinen Künsten. Die letzte Etappe führte dann nach Barmen, wo wir nach 65 km das Tagesziel Brauhaus erreichten 
und uns vor dem abendlichen Regen ein köstliches Bier schmecken ließen.


             Im Jahr der Fußball WM  ein Elfmeterschießen              In der ehemaligen Textilfabrik Wülfing gab es Kaffee & Kuchen

                 Der Tag war  nicht lang genug ?                                                    Start zur zweiten Etappe vor dem Barmer Rathaus

Gestern bin ich um 9.30 Uhr mit dem Fahrrad über den Berg zum Barmer Rathaus geradelt, wo um 10 Uhr Treffpunkt 
war zum 2. Tourtag. Quer durch die Stadt ging's zunächst bis nach Sonnborn, ab dort radelten wir dann entlang der 
Wupper und der Schnellstraße bis nach Kohlfurth, wo ich einen kleinen Halt einlegte, um Tw 107 der Rheinbahn 
fotografieren zu können. Im Programm gab es dann eine Besichtigung der Kläranlage Kohlfurth, wo wir über die 
Reinigung des Abwassers und Maßnahmen zum Gewässerschutz informiert wurden. Der Mitarbeiter des 
Wupperverbandes ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe auf der nächsten Etappe vorbei am überaus gut besuchten
Fest "Brückenzauber 1" unter der Müngstener Brücke bis unterhalb des Klärwerks Burg auf seinem Rad zu begleiten. 
Dort gab es dann noch Erläuterungen zum Bau von Fischtreppen, denn immerhin gibt es in der einstmaligen 
Industriekloake jetzt schon wieder 16 Fischarten.
Flußabwärts erwartete uns am Balkhausener Wupperwehr die nächste Überraschung - nämlich eine Wuppernixe, die 
sich nach der Vorführung als Tänzerin & Theaterspielerin vorstellte. Wir setzten unsere Radeltour durch das allmählich 
weiter werdende Flusstal fort und erreichten den Wipperkotten, den letzten von früher 26 Doppelkotten, in denen die 
Wasserkraft zum Schleifen von Messern für die Solinger Klingenindustrie genutzt wurde. Sehr eindrucksvoll war das 
Gespräch mit der Besitzerin des auf einer Wupperinsel stehenden Innenkotten, die mit ihrem Ehemann zu den frühen 
Umweltschützern gehört, denn dieses Ehepaar forderte schon in den sechziger Jahren die Verbesserung der damals 
unglaublich schlechten Wasserqualität.
Nach dieser Kultur- und Kaffeepause radelten wir im Sonnenschein durch die nun flacher werdende Landschaft weiter
an der Wupper entlang, durchquerten dabei Leichlingen, wo der Fluss fast einem Kanal ähnelt und unterquerten bei 
Opladen die Eisenbahnstrecken nach Wuppertal und Duisburg-Wedau. Auf den letzten Kilometer durchfließt die 
Wupper eine Wiesenlandschaft, bis sie bei Leverkusen-Rheindorf in den Rhein mündet.

                            Alles im grünen Bereich                                                            Nach  der Ankunft am Rhein noch eine Stärkung

Dort endete dann nach 123 km gegen 17.45 Uhr unsere Radtour -  zum Ausklang wurde mit "Wupperwasser" 
angestoßen. Für Nichteingeweihte sei angemerkt, dass es sich dabei um einen Sekt handelt, der in einem Wuppertaler 
Supermarkt verkauft wird. Nach einem zünftigen Grillimbiss hieß es Abschied nehmen von "Land's End" an der 
Wuppermündung. An Bord des oben erwähnten Doppelstockbusses ging's zurück nach W-Barmen, wo wir am 
Bahnhof unsere im LKW transportierten Fahrräder erhielten und uns voneinander verabschiedeten, nicht ohne dem 
Organisationsteam noch einmal ein herzliches Dankeschön zu sagen.

 

 Manfred Markus